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Informationen für ältere Menschen

Bei Menschen ab 60 Jahren verlaufen Covid-19-Erkrankungen oft besonders gefährlich. Hier erhalten Sie konkrete Hinweise für die ältere Generation.
Informationen für Risikogruppen
Weshalb gehöre ich ab einem Alter von 60 Jahren zur Risikogruppe?

Bei Personen im Alter von über 60 Jahren ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs größer. Bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem können Personen über 60 eher schwer erkranken (Immunseneszenz). Zudem können Symptome wie Fieber, die als Reaktion auf eine Infektion auftreten, bei älteren Personen schwächer auftreten oder fehlen, weswegen diese häufig auch später einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.
Wie kann ich mich als älterer Mensch besonders schützen?

Zurzeit sollen soziale Kontakte so gering wie möglich gehalten werden. Menschen ab 60 Jahren sollten nach Möglichkeit zuhause zu bleiben. Meiden Sie zurzeit den Kontakt zu Enkelkindern. Gehen Sie nicht in Arztpraxen oder Apotheken, sondern rufen Sie im Bedarfsfall dort an. Achten Sie besonders auf den empfohlenen Mindestabstand von 1,5m zu anderen und auf besondere Handhygiene sowie das Einhalten der Hust- und Niesregeln. Nehmen Sie zudem Angebote für Einkäufe und Unterstützung durch Freunde und Familie oder Initiativen an.
Wie gefährdet sind Menschen mit Vorerkrankungen?

Menschen mit Vorerkrankungen (wie z.B. Bluthochdruck, Herzvorerkrankungen und Diabetes) sind neben älteren Personen besonders gefährdet, einen schweren Verlauf der Erkrankung zu erleiden. Für diese Personengruppen ist daher besonders wichtig, Infektionen zu vermeiden: Abstand halten in der Öffentlichkeit von mind. 1,5 Meter zu anderen Menschen, regelmäßiges Händewaschen, möglichst zu Hause bleiben, sich so weit möglich durch Familien- oder Nachbarschaftshilfe versorgen lassen, private Kontakte auf das Notwendigste reduzieren und die Abstandsregeln beachten. Bei Fragen zum eigenen Krankheitsbild sollte Kontakt mit dem betreuenden Arzt oder der betreuenden Ärztin aufgenommen werden.
Kann eine Grippeimpfung vorbeugend wirken bei Vorerkrankungen und älteren Menschen, sodass eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus milder verlaufen könnte?

Nein, die Grippeimpfung hat keinen Einfluss auf den Verlauf einer Infektion durch das neuartige Coronavirus. Die Grippeimpfung kann aber das Risiko einer Grippeerkrankung senken und so dazu beitragen, das Gesundheitssystem zu entlasten.
Ist es für Senioren sinnvoll, sich jetzt gegen Pneumokokken impfen zu lassen?

Eine Impfung gegen Pneumokokken hilft nicht gegen eine Covid-19-Erkrankung. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen, wodurch die Versorgung auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erforderlich wird. Durch die Impfung soll eine weitere Belastung des Gesundheitssystems vermieden werden. Momentan wird die Impfung Personen ab dem Alter von 70 Jahren, Patienten und Patientinnen mit chronischen Atemwegserkrankungen und Patienten und Patientinnen mit Immundefizienz empfohlen.
Hilfe finden
Wie bekomme ich Medikamente? Kann ich zur Apotheke gehen?

Senioren und Seniorinnen ab 60 Jahren sollten nach Möglichkeit zuhause zu bleiben. Wenn Sie Medikamente benötigen rufen Sie zunächst in Ihrer Arztpraxis bzw. Ihrer Apotheke an. Oft ist es möglich, Medikamente per Telefon oder im Internet zu bestellen. Diese können dann zu Ihnen nach Hause geliefert werden. Wenn es unumgänglich ist, persönlich in die Arztpraxis oder zur Apotheke zu gehen, achten Sie im öffentlichen Raum auf die Kontaktregeln: Gehen Sie alleine oder mit höchstens einer anderen Person und halten Sie einen Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen.
Wo kann ich Hilfe erhalten? Zum Beispiel bei alltäglichen Besorgungen?

Es haben sich bereits nachbarschaftliche Initiativen gegründet, bei denen Sie als Hilfsbedürftiger Unterstützung erhalten können. Eine Übersicht von Initiativen finden Sie hier.
Wie kann ich soziale Kontakte aufrechterhalten?

Insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen sind angehalten, ihre physischen Begegnungen mit anderen Personen so weit wie möglich zu reduzieren. Umso wichtiger ist es, den Kontakt zu anderen Menschen und insbesondere zu den Angehörigen aufrecht zu erhalten. Persönlicher Kontakt sollte hierbei allerdings weitestgehend vermieden werden. Stattdessen können regelmäßige Telefonate oder das Internet eine gute Möglichkeit darstellen, miteinander in Kontakt zu bleiben. Im öffentlichen Raum gilt es, die Abstandsregeln von mindestens 1,5 Metern zu beachten. In den Bundesländern gibt es teilweise eigene Regelungen – informieren Sie sich bitte über Bestimmungen an Ihrem Ort.
Dürfen Großeltern noch Besuch von ihren Enkeln oder Kindern empfangen?

Von Besuchen bei älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen wird derzeit abgeraten, da diese Personen ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus aufweisen. Alten- und Pflegeheime verfolgen zum Schutz ihrer Bewohnenenden eine oft sehr strenge Besuchsregel. Aus eigener Rücksichtnahme sollte der Kontakt mit der älteren Generation auf Telefonate beschränkt sein. Auch die Kinderbetreuung etwa bei Schul- und Kitaschließung sollte nicht durch die Großeltern übernommen werden.
Schutz vor Betrug
Wie schütze ich mich vor Betrügern?

Öffnen Sie keiner unbekannten Person die Haustür, die sich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgibt und Ihnen unangekündigt einen Test anbietet. Es kann sich hierbei um Betrüger handeln. Tests finden immer nur nach einer Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt statt. Bestellen Sie keine Hygieneartikel oder Schutzmasken bei Online-Shops, die sie nicht bereits kennen. Öffnen Sie keine Anhänge aus E-Mails, deren Absender Sie nicht kennen.
Woher weiß ich, dass ein freiwilliger Helfer kein Betrüger ist?

Seien Sie immer wachsam und lassen Sie keine unbekannten Menschen in Ihre Wohnung, denn es sind auch „falsche Helfer“ unterwegs. Betrüger und Betrügerinnen haben es besonders auf ältere Menschen abgesehen. Sie fragen beispielsweise nach Geld für Medikamente oder teure Behandlungen. Häufig handelt es sich bei Betrügern auch um Personen, die sich als angebliche „Handwerker“ ausgeben und anbieten, eine Wohnung zu überprüfen oder zu desinfizieren.
Es hat mich jemand angerufen und wegen seiner Covid-19-Erkrankung um Geld gebeten. Wie gehe ich damit um?

Aktuell nutzen Kriminelle die bestehende Verunsicherung und Angst rund um die Covid-19-Pandemie aus: Sie rufen bevorzugt ältere Menschen zu Hause an, geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten und fordern finanzielle Unterstützung zur Begleichung der Behandlungskosten oder für den Kauf von Medikamenten. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang eindringlich davor, Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen zu übergeben. Fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, den Namen des Enkels (der Nichte usw.) selbst zu nennen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, Namen zu erraten. Wenn Sie Anrufer nicht sofort erkennen: Fragen Sie nach Dingen / Begebenheiten, die nur der echte Verwandte kennen kann. Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis. Wenden Sie sich sofort an die Polizei unter 110, wenn Sie einen Betrug vermuten. Weitere Informationen finden Sie hier.
Wie gehe ich mit Fake-News um?

Auch in Zeiten wie diesen werden leider vermehrt Falschmeldungen oder Fake-News verbreitet. Achten Sie bei vermeintlich sensationellen Nachrichten bitte sehr genau auf die Quelle der Information und überprüfen Sie diese. Verlässliche Informationen finden sich beispielsweise auf dieser Website, beim Bundesgesundheitsministerium, beim Robert Koch-Institut, beim Bundeskriminalamt oder bei den zuständigen Landesbehörden. Teilen Sie Inhalte in den sozialen Medien nicht, bevor Sie diese selbst gelesen bzw. geprüft haben.

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Weitere verlässliche Quellen
Logo der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.
Logo des Robert Koch Instituts

Das Robert Koch-Institut ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention.

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